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Mutterschutz nach Fehlgeburten: Ein Meilenstein für FrauenrechteMutterschutz nach Fehlgeburten: Ein Meilenstein für Frauenrechte

Mutterschutz nach Fehlgeburten: Ein Meilenstein für Frauenrechte

Seit Juni 2025 gilt in Deutschland eine neue Regelung, die Frauen, die ab der 13. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden, Anspruch auf Mutterschutz gewährt. Diese gesetzliche Änderung ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der psychischen und physischen Belastungen, die mit einem solchen Verlust einhergehen.

Warum ist diese Regelung wichtig?

Bisher hatten Frauen nach einer Fehlgeburt keine gesetzlichen Schutzzeiten, es sei denn, das Kind wurde tot geboren und wog mindestens 500 Gramm. Diese Grenze führte oft dazu, dass betroffene Mütter trotz erheblicher seelischer Belastungen sofort wieder arbeiten mussten. Die neue Regelung sorgt dafür, dass Frauen unabhängig vom Geburtsgewicht ihres Kindes die notwendige Zeit erhalten, um sich zu erholen.

Was ändert sich konkret?

Ab sofort gelten folgende gestaffelte Mutterschutzzeiten:

  • Frauen, die zwischen der 13. und 16. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden, haben Anspruch auf zwei Wochen Mutterschutz.
  • Frauen ab der 17. Schwangerschaftswoche erhalten vier Wochen Mutterschutz.
  • Ab der 25. Schwangerschaftswoche gelten die regulären sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, wie im üblichen Mutterschutz.

Während dieser Zeit dürfen Arbeitgeber keine Kündigungen aussprechen, und betroffene Frauen erhalten weiterhin ihre Lohnfortzahlung.

Reaktionen und Bedeutung für Betroffene

Die Reform wurde von Frauenverbänden und medizinischen Fachleuten als dringend notwendig begrüßt. Studien zeigen, dass Fehlgeburten häufig starke psychische Folgen haben können, darunter Depressionen und Angstzustände. Der zusätzliche Schutz gibt den betroffenen Frauen mehr Zeit zur Verarbeitung und hilft, gesundheitlichen Langzeitfolgen vorzubeugen.

Ein emotionales Beispiel ist eine Frau aus dem Kyffhäuserkreis, die ihren Sohn in der 15. Woche verlor. Sie berichtet: „Ich fühlte mich völlig überfordert und hätte mir eine Auszeit gewünscht. Jetzt bekommen Frauen endlich die Möglichkeit, sich angemessen zu erholen.“

Ausblick

Diese Neuregelung könnte langfristig die gesellschaftliche Wahrnehmung von Fehlgeburten verändern. Denn oft wird über diesen Schmerz wenig gesprochen, obwohl er viele Frauen betrifft. Die Anerkennung durch das Gesetz setzt ein starkes Zeichen für Mitgefühl und Gleichberechtigung.